Diese Masterarbeit lädt dazu ein, neu über die gesellschaftliche Rolle der Kirche nachzudenken. Sie
fragt: Wie lassen sich Spuren des Reiches Gottes inmitten unserer Welt sichtbar machen? Ausgangspunkt
ist die Einsicht, dass kirchliches Handeln zwar auf Transformation zielt, seine Wirkung
aber oft schwer messbar bleibt. Im Gespräch mit der Wirkungsforschung werden zentrale Begriffe
wie Missio Dei, Kirche, Transformation und Reich Gottes geklärt und miteinander verknüpft. Daraus
entsteht ein „Reich-Gottes-Konstrukt“ mit sieben Elementen – Gerechtigkeit, Liebe, Spiritualität,
Schönheit, Freiheit, Wahrheit und Macht. Dieses Konstrukt dient als Linse, durch die kirchliche
Praxis in ihrem gesellschaftlichen Resonanzraum wahrgenommen werden kann.
Für jedes Element werden Wege aufgezeigt, wie Wirkungen auf makro-, meso- und mikrosozialer
Ebene plausibel gemacht werden können – von statistischen Indikatoren bis zu qualitativen
Deutungen im Alltag. Dabei bleibt klar: Die Wirkungen des Reiches Gottes sind nie vollständig
messbar, sondern stehen unter einem eschatologischen Vorbehalt. Der vorgeschlagene Rahmen versteht
sich deshalb nicht als fertiges Messinstrument, sondern als Einladung zur Reflexion: ein
Werkzeug, das Kirchen ermutigt, ihre Spuren in der Gesellschaft wahrzunehmen, zu deuten und so
ihre Sendung bewusst und verantwortungsvoll zu gestalten.
This thesis invites readers to reconsider the societal role of the church by asking: How can traces of
the kingdom of God be made visible in today’s world? The starting point is the recognition that
while church practices aim at transformation, their impact often remains difficult to articulate. Engaging
in dialogue with impact evaluation research, the study clarifies and interrelates key concepts
such as Missio Dei, church, transformation, and the kingdom of God. On this basis, a “kingdom of
God construct” is developed, consisting of seven elements—justice, love, spirituality, beauty,
freedom, truth, and power. This construct functions as a lens through which the societal resonance
of church practices can be perceived.
For each element, pathways are suggested to make impact plausible at macro, meso, and micro
levels of society—ranging from statistical indicators to qualitative interpretations of everyday
life. Yet the thesis stresses that the kingdom’s impact cannot be measured conclusively; it must always
be understood under an eschatological proviso. Thus, the framework offered here is not a rigid
measuring device but an invitation to reflection: a tool that encourages churches to notice and interpret
their societal traces, and to engage their mission with greater awareness and responsibility.